Betriebliche Wiedereingliederung

Als Arbeitnehmer hat man ein längeres Ausscheiden an seinem Arbeitsplatz nicht geplant. Es ist nicht nur für den Arbeitgeber eine finanzielle Sache, sondern der Arbeitnehmer muss versuchen, sich nach der Genesung wieder Schritt für Schritt in den Arbeitsprozess einzugliedern. Der Unfall kann auf dem Weg zur Arbeitsstätte oder in der Freizeit passiert sein – wünschenswert ist es in keinem Falle, von heute auf morgen aus dem Job zu fallen.

Wenn nach einer schwierigen Operation und Krankenhausaufenthalt die Genesung optimal verläuft, sehnen sich die meisten Mitarbeiter bald wieder an ihren Arbeitsplatz zurück um nicht beim Arbeitgeber negativ aufzufallen oder Neuerungen im Arbeitsprozess zu verpassen. Es kann allerdings auch anders verlaufen, sodass eine etappenweise Wiedereingliederung in den alten Job erforderlich wird, da die Leistungsfähigkeit nicht schnell genug wieder voll hergestellt werden kann und ein anderer Arbeitsplatz vorübergehend nicht zur Verfügung steht.

Das „Hamburger Modell“ ermöglicht den Arbeitnehmern, nach längerer Arbeitsunfähigkeit stufenweise in den alten Job zurückzukehren und eignet sich in vielen Fällen wie beispielsweise nach Rückenerkrankungen, Herz- oder Gefäßerkrankungen oder schwierigen Brüchen. Grundsätzliche Bedingung für diese Wiedereingliederungsform ist, dass der Arbeitnehmer seine Tätigkeit am Arbeitsplatz wieder teilweise ausführen kann. Der behandelnde Arzt mit Abstimmung der jeweiligen Krankenkasse und dem Unternehmen bestimmt über die schrittweise Arbeitseingliederung. Die Beschäftigten können nur an diesem Programm teilnehmen, wenn sie mindestens sechs Wochen lang ausgefallen sind.

Nimmt ein Arbeitnehmer diese Wiedereingliederung in Anspruch, ist er weiter krankgeschrieben und erhält sein Geld von der Krankenkasse oder einem anderen Sozialversicherungsträger wie der gesetzlichen Unfallversicherung oder der Rentenversicherungsanstalt. Erst wenn der Mitarbeiter wieder voll im Einsatz ist, muss der Arbeitgeber das Gehalt wieder bezahlen.
Parallel zur beruflichen Wiedereingliederung kann der Patient oftmals ein örtliches Nachsorgeprogramm der Deutschen Rentenversicherung nutzen, das ambulant von den Tageskliniken angeboten wird.

Die finanzielle Situation ändert sich für den erkrankten Arbeitnehmer normalerweise erst nach sechs Wochen, da bis zu diesem Zeitpunkt der Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlt. Danach zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Krankengeld in Höhe von ca. 75 % des regelmäßigen Nettolohnes – allerdings nur bis zu höchstens 72 Wochen. Nach diesem Zeitpunkt muss der Arbeitnehmer bei weiterer Erkrankung entweder eine Erwerbsminderungsrente oder Arbeitslosengeld beantragen.
Ist die langwierige Erkrankung auf einen Unfall zurückzuführen, erhalten Patienten meist Verletztengeld von der gesetzlichen Unfallversicherung. Wer seinen Unfall auf dem Weg zum Arbeitsplatz erlitten hat, erhält die Erstattung der Ausfallzeiten meist von der Berufsgenossenschaft.

Ansprechpartner noch während eines Krankenhausaufenthaltes ist der Soziale Dienst oder der behandelnde Arzt.

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