Schüleraustausch

Jedes Jahr werden viele Eltern überrascht, wenn ihre Kinder ihnen so ganz nebenbei eröffnen, dass sie gerne ein Schuljahr im Ausland verbringen würden. Was bedeutet das: Ein Jahr ohne das geliebte Kind und ein Jahr ohne fürsorgliche Eltern. Die Schüler schweben in diesen Momenten zwischen Hoffen und Bangen, denn der Vorstoß war ja ausgiebig geplant, wohl überlegt und wurde hoffentlich im vermeintlich richtigen Moment gewagt. Es kam einfach Skepsis auf.
Aber so ganz ohne Vorbereitung lässt sich der Wunsch, Deutschland für einige Zeit zu verlassen, eben doch nicht verwirklichen. Es sollte der erste Schritt sein, sich für ein Austauschprogramm zu bewerben. Sowohl die Jugendlichen als auch ihre Eltern müssen genau wissen, worauf sie sich einlassen, denn ein mehrmonatiger Schüleraustausch ist keine Abenteuerreise mit Spaßgarantie, von der man nach kurzer Zeit mehr oder weniger zufrieden in die Heimat zurückkehrt. Ein Schüleraustausch ist nämlich viel mehr, denn er eröffnet die außergewöhnliche Chance, tief in eine andere Welt und Kultur einzutauchen, sie zu erkunden, sie zu erfahren, sie vielleicht zunächst zu hassen, um sie dann lieben zu lernen, aber sie vor allem zu tolerieren und sogar ein Teil von ihr zu werden. Es ist wie die Erfahrung bisher gezeigt hat, die Auseinandersetzung mit dem Alltag, der Kultur eines anderen Landes, was zu einer einzigartigen Erweiterung des Erfahrungshorizontes der Jugendlichen führt und prägend für das ganze Leben sein wird.

Wer unbedingt also für eine längere Zeit ins Ausland will und sich auch sicher ist, dass er dafür geeignet ist, muss sich gewissen Teilnahmevoraussetzungen unterziehen. Der Schüler sollte sich ferner ehrlich hinterfragen, ob er es schaffen kann, eine lange Zeit auf die Eltern, die Freunde und die tägliche Routine zu verzichten und ob er bereit ist, den gewohnten Luxus zu entbehren. Er muss sich die Frage stellen, ob er ein gleichberechtigter Teil einer Gastfamilie mit allen Rechten und Pflichten werden möchte und ob er in der Reife so weit ist, dass er auf andere Leute zugehen und einen neuen Freundeskreis aufbauen kann. Anpassung und über einen längeren Zeitraum die Verhaltensweisen in der neuen Umwelt akzeptieren zu können, das muss dem Jugendlichen vor der Entscheidung klar sein.

Die Motivation für den Auslandsaufenthalt sollte schon lange gegeben und das Interesse für andere Kulturen und Aufgaben gut gereift sein. Wenn den Jugendlichen aber das Leben in Deutschland nur anödet oder er sich permanent mit seinen Eltern streitet, dann sind dies die falschen Voraussetzungen und Beweggründe, ins Ausland zu gehen. Die Probleme werden sich spätestens bei der Rückkehr nach Deutschland wie ein Bumerang einholen und noch stärker treffen.

Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern läuft in der Regel gar nichts. Der künftige Austauschschüler benötigt das Einverständnis der Eltern und die persönliche Unterstützung. Dann kann dieses Austauschjahr sicherlich gut gelingen.

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