So wird man Gebrauchtfahrzeug-Händler

Im Gegensatz zur Reparatur oder Instandsetzung von Kraftfahrzeugen werden für den Beruf des Gebrauchtfahrzeug-Händlers aus rechtlicher Sicht keine Qualifikationen benötigt.
Es ist jedoch immer von Vorteil, wenn eine Grundausbildung vorliegt, die dem angestrebten Beruf hinsichtlich ihres Inhalts nahe kommt. Dies kann beispielsweise die Ausbildung zum Automobilkaufmann sein sowie eine daran anschließende Qualifikation zum Automobilverkäufer.

Während der Automobilkaufmann vor allem die kaufmännischen und rechtlichen Grundlagen erlernt, bietet die Qualifikation zum Automobilverkäufer eine intensivere Spezifizierung auf bestimmte Bereiche.

Ist jeder zum Gebrauchtwagenhändler geeignet?

Das kaufmännische Einmaleins ist das eine, das andere ist die Frage, ob sich eine Person zum Gebrauchtfahrzeug-Händler eignet. Solides technisches Fachwissen ist ohne Frage von Bedeutung, doch auch bei gebrauchten Autos und Motorrädern werden über das Fahrzeug Emotionen verkauft. Dies benötigt ein gutes Gespür für die Gefühle des Käufers oder der Käuferin. So lässt sich der eine Kunde gerne für technische Details begeistern, der andere ist von der Gesamterscheinung des Fahrzeuges überzeugt, oder auch nicht.

Dieses Gespür für den Kunden kann durch Erfahrung erarbeitet werden, es gibt aber auch Menschen, die einfach das Talent dafür besitzen. Sicher ist ein freundliches und selbstbewusstes Auftreten genauso wichtig wie ein gepflegtes Äußeres. Ein Kunde spürt in der Regel Unsicherheiten beim Verkäufer. Gerade die Käufer von gebrauchten Motorrädern bringen oft ein umfassendes Wissen zu den Maschinen mit. Da sollte auf der Seite des Verkäufers zumindest zu den zum Verkauf anstehenden Maschinen ebenso Detailwissen vorhanden sein.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Wer sich mit einem Handel für gebrauchte Fahrzeuge selbstständig machen will, benötigt hierzu zuerst einmal eine Gewerbeanmeldung. Dem folgen die automatische Anmeldung bei der Steuerbehörde und die Pflicht-Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer. Aufgrund des zu erwartenden Umsatzvolumens scheidet in dieser Branche eine Anmeldung zu einem Kleingewerbe aus.

Vorteilhaft sind im Weiteren entsprechende Gewerberäume, in denen die gebrauchten Fahrzeuge den Kunden präsentiert werden können. Zumindest eine überdachte Stellfläche wäre angebracht, denn Verkaufsgespräche oder Besichtigungen bei Regen zu führen, ist eher kontraproduktiv.

Den Gebrauchtwagenhandel realisieren

In der einfachsten Form bietet es sich an, eine Gewerbefläche in den Randgebieten urbaner Zonen anzumieten, um dort sowohl den An- wie den Verkauf gebrauchter Fahrzeuge zu betreiben. Dabei müssen natürlich behördliche Auflagen beachtet werden. So verlangen beispielsweise manche Kommunen für entsprechende Kfz-Stellflächen den Einbau von Ölabscheidern. Zudem muss das Gelände gegen Diebstahl abgesichert werden.

Das Thema Sicherheit beinhaltet noch weitere Faktoren wie Versicherungen der verschiedensten Art. So etwa für rote Kennzeichen zur Überführung von nicht angemeldeten Fahrzeugen oder eine Inventar- und Haftpflichtversicherung. Dazu kommen:

  • Mietkosten
  • Mietnebenkosten
  • Eventuell Personalkosten
  • Werbungskosten
  • Kosten für den Steuerberater

Im Bereich des Handels mit gebrauchten Fahrzeugen taucht immer das Thema auf, das Fahrzeuge ohne gewerbliche Anmeldung in größerem Umfang ge- und wieder verkauft werden. Wer vielleicht zwei oder drei Fahrzeuge pro Jahr so handelt, muss kein Gewerbe anmelden. Sind es jedoch 2 bis 3 pro Monat, fällt dies unter die Kategorien Steuerhinterziehung und Betrug. Ein Händler von gebrauchten Fahrzeugen haftet bei einem Verkauf für mindestens 1 Jahr bei sogenannten Sachmängeln. Ein Privatkäufer kann diese Sachmängelhaftung im Kaufvertrag ausschließen.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von www.helmexpress.com

Keine Rechtsberatung. Lassen Sie sich immer von einem Rechtsanwalt und Steuerberater fachmännisch beraten!

Das könnte auch interessant sein...