Forschungsstipendien – wer fördert was warum?

Der Studienabschluss ist das Ende eines wichtigen Lebensabschnitts. Dennoch wissen viele Studentinnen/Studenten nicht, was sie nach dem Studium anfangen sollen oder wollen. Mit einem altmodischen M. A., dem Magister Artium, ist nicht viel anzufangen, auch der neue B. A. (Bachelor of Arts) bietet nur bedingt einen Berufseinstieg – vielmehr sind die sogenannten ersten akademischen Titel ein vorläufiger Abschluss.

Grundsätzlich bietet sich allen Studentinnen/Studenten die Möglichkeit, sich in der Forschung zu betätigen. Das ist mit einem niedrigen Einstiegsgehalt verbunden, mit viel Lernen und einem hohen Arbeitsaufwand, und dementsprechend unattraktiv präsentiert sich diese Möglichkeit für die meisten. Ein Einstieg in der freien Wirtschaft erscheint den meisten Jungakademikerinnen und -akademikern finanziell sinnvoller. Auch eine erste Lehrtätigkeit erscheint allzu oft nicht erstrebenswert, da sich in diesem Fall die Universitätsroutine nur fortsetzt.
Wenig bekannt ist, dass es Forschungsstipendien gibt. Diese ermöglichen die Arbeit an einem wissenschaftlichen Projekt in einem finanziell abgesicherten Rahmen. Verschiedene Stiftungen decken dabei die unterschiedlichsten Fachbereiche ab und erwarten von ambitionierten Absolventinnen und Absolventen außer dem Interesse an der Forschungsarbeit eine Bewerbung, die das gewünschte Forschungsthema bereits nennt. Anders als andere Stipendien, die einen Studienabschluss oder ein studienergänzendes Auslandssemester ermöglichen sollen, ist ein Stipendium Forschung themengebunden. Es wird erteilt, wenn ein Absolvent oder eine Absolventin nicht nur ein konkretes Forschungsvorhaben vorweisen kann, sondern auch die Durchführbarkeit bedacht hat und dem ein oder anderen Geldgeber dieses Projekt als attraktive Investition „verkaufen“ kann.
Es ist stets wichtig, sich an die richtige Stiftung zu wenden, da diese sich thematisch spezialisiert haben. So bedient die Herzog August Bibliothek den historischen Bereich im engen wie auch weiten Sinn, da sich die niedersächsische außeruniversitäre Forschungseinrichtung auf mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte spezialisiert hat. Die Stiftung fördert Stipendiaten mit einem Teil- oder Vollstipendium für 2 – 12 Monate, die sich Bereich von monatlich etwa 1000,- bis 1600,- Euro bewegen. An dieses Stipendium ist die Bedingung geknüpft, sich in Wolfenbüttel aufzuhalten und mit der Bibliothek zusammenzuarbeiten.
Forschungsvorhaben mit südeuropäischem Bezug werden von der Südeuropa-Gesellschaft gefördert. Dabei ist die Historizität der Themen irrelevant, hier geht es um den geographischen Bezug. Die Stipendien sind nicht so hoch dotiert, aber sie können auch von ausländischen Studentinnen und Studenten in Deutschland genutzt werden, die sich die Reise- und Aufenthaltskosten anderweitig nicht leisten können.
Verschiedene andere Fachgebiete werden von der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft abgedeckt, speziell von der angegliederten Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Bewerbungsmodalitäten für ein Stipendium Forschung können online recherchiert werden, da die meisten Stiftungen und Fördergemeinschaften über eine gut gepflegte Internetpräsenz verfügen. Ansonsten erteilen die Universitäten erste Auskünfte, und selbstverständlich kann man sich auch auf dem Postweg an die Stiftungen wenden.

Autor: Weber

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